Kundenservice Filialen finden Newsletter Der Geschenkgutschein Wunschzettel ( )
Der Artikel wurde in Ihren Wunschzettel aufgenommen

Dhaka denim


 

Während einer Geschäftsreise nach Bangladesch besuchte Gina Tricot in der Nähe von Dhaka eine der größten Webereien des Landes. Wir trafen den Werksleiter Jamal und sprachen mit ihm über Themen wie Wasserverbrauch, Chemikalieneinsatz und Trends in der Denimproduktion.  Rund 55.000 m Stoff verlassen täglich das Werk, in dem 850 Mitarbeiter tätig sind. Schon seit der Gründung im Jahr 2000 investiert das Unternehmen bewusst in neueste Techniken, um die Umwelt zu schonen und den Energieverbrauch zu senken.

 

Klicke hier um einen Film über die Produktion und ein Interview mit Jamal zu sehen. Den Film „Dhaka Denim“ findest Du, indem Du auf das Filmsymbol bei Bangladesch gehst. Hier findest Du außerdem den Film „How to make denim“ in dem gezeigt wird, wie Denimstoff gewebt und vorbereitet wird.

 
Wie viel Wasser wird für die Herstellung von Denim verbraucht?
 
Wir benötigen täglich ca. 1200 m3 Wasser, d. h. 1 m3 pro 45 m Stoff. Der Wasserverbrauch ist für die meisten Stoffarten gleich. Aber für die ungefähr 10 Prozent unserer Fertigung, die aus ungefärbtem Stoff besteht, ist der Wasserbedarf deutlich geringer.

 
Lässt sich der Wasserverbrauch verringern?
Ja, der Wasserverbrauch hängt von den verwendeten Maschinen ab. Daher sind wir darauf bedacht, Systeme mit der neusten Technik einzusetzen. Beispielsweise fangen wir den von den Maschinen produzierten Wasserdampf auf, um das darin enthaltene Wasser wiederzuverwenden. Und auch das Kühlwasser wird wiederverwendet.

 
Wie wird das Abwasser gereinigt?
Da wir in Dhaka sehr hartes Wasser haben, müssen wir erst den richtigen pH-Wert erzeugen, bevor wir es verwenden können. Das Abwasser aus der Produktion wird in unserer ETP[i]-Anlage aufbereitet. Hier können wir bis zu 30 m3 Wasser pro Stunde reinigen. Das gesamte Abwasser wird gemäß den in Bangladesch geltenden gesetzlichen Anforderungen aufbereitet und regelmäßig von der Regierung auf seine Qualität geprüft.  Sowohl die hiesige Regierung als auch unsere Kunden stellen hohe Anforderungen an die Wasserreinigung.
 

Welche Chemikalien werden bei der Herstellung von Denim verwendet? Für welche Prozesse werden die meisten Chemikalien benötigt?         
Wir verwenden synthetischen Indigo und flüssigen schwarzen Schwefel. Zudem setzen wir Natriumhydrosulfit, Natronlauge, Glucose, Stärke und Weichmacher ein. Die meisten Chemikalien werden für das Färben und die Endbearbeitung benötigt, aber auch für die Stabilisierung des Gewebes nach dem Weben sind bestimmte chemische Substanzen erforderlich.

 
Wie kontrollieren Sie die verwendeten Chemikalien? 
Alle von uns verwendeten Chemikalien erfüllen die Anforderungen von OEKO-TEX, GOTS und REACH. Die meisten unserer Chemikalien werden in Deutschland, Spanien, Italien und Australien hergestellt. Lediglich Indigo beziehen wir aus China. Das Baumwollgarn stammt hauptsächlich aus Pakistan und Indien.

 
Welcher Teil der Fertigung ist am arbeitsintensivsten? Welcher verbraucht die meiste Energie?
Die meisten Mitarbeiter sind in unserer Weberei mit ihren 180 Webstühlen beschäftigt. Was den Energieverbrauch angeht, erfordert das Färben und Stabilisieren des Stoffs die meiste Energie, und zwar in Form von Wasser, Dampf und Strom.
 

Investiert das Unternehmen in umweltfreundliche Systeme?
Schon seit der Firmengründung im Jahr 2000 achten wir bewusst darauf, möglichst umweltfreundliche Maschinen zu kaufen. Die Maschinen zum Einfärben des Kettfadens haben ein geschlossenes Wassersystem, das deutlich weniger Wasser verbraucht, da der Faden weniger oft in das Farbbad getaucht wird. Zudem oxidiert die Farbe in geschlossenen Systemen nicht im gleichen Ausmaß, wodurch etwa 30 Prozent weniger Salz benötigt wird.  Auf dem Markt überwiegen offene Färbesysteme, bei denen der Verbrauch von Wasser und Salz deutlich höher ist. Wir verwenden auch umweltfreundliche Reduktionsmittel auf Glukosebasis.  Seit gut 5 Jahren beziehen wir flüssigen schwarzen Farbstoff aus Spanien, der sehr viel umweltfreundlicher ist als feste Farbe. Dies ist eine wichtige positive Veränderung.

 

Welche weiteren Veränderungen sind geplant, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern und den Energieverbrauch zu senken?                                                                                                                             
Da wir davon überzeugt sind, dass die Anforderungen und das Bewusstsein in Bezug auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit weiter steigen, werden wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen, um immer umweltfreundlichere und energiesparendere Alternativen zu finden. 2014 nehmen wir voraussichtlich neue Färbemaschinen in Betrieb, die ca. 40 % weniger Energie und Chemikalien benötigen als unsere derzeitigen Maschinen. Wir hoffen auch, dass mehr umweltfreundliche flüssige Chemikalien zum Färben auf den Markt kommen, da wir dann den Wasserverbrauch weiter senken können. Heute gibt es nur wenige Bezugsquellen für diese Art von Farbe, d. h. das Angebot ist begrenzt und der Preis hoch. Es gibt aber bereits jetzt gute umweltfreundliche Chemikalien, welche die Anforderungen von REACH, GOTS und OEKO-TEX erfüllen.
 

[1] ETP (Effluent Treatment Plant), Aufbereitungsanlage für industrielles Abwasser.