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There is hope for Bangladesh!


Nach China ist Bangladesch der zweitgrößte Textilproduzent der Welt. Ein wachsender Anteil der weltweiten Bekleidungsfertigung findet hier statt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Land und seine Arbeitsbedingungen immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. In einer Artikelserie berichten wir über die Situation des südasiatischen Landes und stellen unsere Sicht als Modeunternehmen dar.

Bangladesch ist eines der ärmsten, bevölkerungsreichsten und dichtest besiedelten Länder der Erde. Hier leben schätzungsweise 150 Millionen Menschen, von denen sich die meisten zum Islam bekennen. Eine Minderheit gehört dem Hinduismus, dem Buddhismus und dem Christentum an.

Nachdem Bangladesch lange zur historischen Region Bengalen gehörte, die bei der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 zum östlichen Landesteil Pakistans wurde, führten blutige Aufständen und erbitterte Kämpfe 1971 zur Unabhängigkeit des Landes. Die 1970er-Jahre waren geprägt von Militärputschen und politischen Unruhen. Wenngleich die 1979 gewählte Zivilregierung die politische Lage etwas beruhigen konnte, ist das Land noch heute politisch instabil und von Korruption und wirtschaftlicher Not gekennzeichnet.

Durch die geografische Lage in einem Flussdelta wird das Land jedes Jahr von Überschwemmungen heimgesucht, unter denen der ärmste Teil der Bevölkerung am stärksten leidet.

Viele Bangladescher leben von der Landwirtschaft, aber es gibt auch entwickelte Industrien in den Bereichen Bekleidung, Jute und Nahrungsmittel. Die Bekleidungsindustrie ist der größte Industriesektor des Landes, und die meisten Textilfabriken liegen in der Hauptstadt Dhaka und den umliegenden Bezirken.

Der in der ersten Hälfte der 80er-Jahre einsetzende Boom der Textilwirtschaft hat die Gesellschaft auf vielerlei Weise verändert – vor allem durch die Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Frauen. Ihr Einkommen hat zu einer langsamen Verbesserung des gesellschaftlichen Status der Frau geführt.

Heute sind rund 4 Millionen Menschen in der bekleidungsproduzierenden Industrie beschäftigt, fast 80 % davon sind Frauen.  Indirekt hat die Bekleidungsindustrie die Armut von schätzungsweise 50 % der Bevölkerung Bangladeschs verringert. Der Textilsektor macht heute etwa 80 % der Exporteinnahmen des Landes aus.

Derzeit bestehen große Hoffnungen, dass die Bekleidungsindustrie – nicht zuletzt durch den Druck ausländischer Kunden – in Zukunft unter sicheren Arbeitsbedingungen und mit angemessenen Löhnen betrieben werden kann. Mehrere internationale Initiativen arbeiten an diesen Fragen und eine Anhebung des Mindestlohns steht kurz bevor.

Weitere Herausforderungen sind der Ausbau der Infrastruktur und die Anhebung des generell niedrigen Bildungsstands, aber die Lage ist auch hier hoffnungsvoll. Bangladesch ist nach wie vor ein extrem armes Land. Doch ist die Armut zurückgegangen und das Gesundheits- und Bildungsniveau wurde im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung verbessert. Setzt sich diese positive Entwicklung fort, sind die Zukunftsaussichten gut.