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What can we do about child labour?


Kinderarbeit ist ein viel diskutiertes und vielschichtiges Problem in unserer Branche. Viele lehnen Kinderarbeit generell ab, andere meinen, Kinderarbeit sei das geringere Übel, wenn Familien anders nicht überleben können.

Im Einklang mit dem Verhaltenskodex des BSCI haben wir uns verpflichtet, Kinder vor Ausbeutung und Arbeiten zu schützen, die mit Gefahren verbunden sein können, ihre Schul- und Ausbildung beeinträchtigen oder sich negativ auf ihre Gesundheit und Entwicklung auswirken.

BSCI definiert „Kinder“ als Menschen unter 15 Jahren und erkennt das ILO-Überreinkommen an, nach dem das Mindestalter für eine Beschäftigung in bestimmten Entwicklungsländern wie Indien, Bangladesch und Pakistan 14 Jahre beträgt. BSCI fordert zudem besondere Schutzmaßnahmen für junge Arbeitnehmer (14–17 Jahre). So gibt es besondere Regeln zur Art der von jungen Arbeitnehmern ausgeführten Arbeiten und Restriktionen bezüglich der Arbeitszeiten.

Wie ist die Situation in Indien?
Genau wie in den meisten Fertigungsländern gibt es im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz in Indien ein deutliches Verbesserungspotenzial. Zum Beispiel liegen im Bereich Umweltschutz Mängel vor. Für Indien typisch ist aber, dass die Gefahr von Kinderarbeit größer ist als in anderen Teilen der Welt. Dies hat damit zu tun, dass Kinderarbeit hier eine lange Tradition hat und dass sozioökonomische Strukturen vorherrschen, aufgrund derer viele Kinder zu einer Form der Erwerbstätigkeit gezwungen sind.

Gleichzeitig steigt in indischen Unternehmen das Interesse an CRS-Fragen – vor allem in Bereichen, in denen CSR-Maßnahmen Kosteneinsparungen ermöglichen, etwa beim Energieverbrauch. Dahingegen sind Veränderungen bei den Arbeitsbedingungen und anderen kulturgebundenen Fragen verhältnismäßig schwer durchzusetzen, ein Beispiel hierfür sind Diskriminierungsfragen.

Was können wir als Unternehmen tun?
Von allen 2012 durchgeführten BSCI-Auditierungen betrafen 7 % die Arbeitsbedingungen in Indien. Für Gina Tricot ist Indien ein relativ kleiner Bezugsmarkt; wir haben hier heute lediglich 8 Lieferanten, hauptsächlich in und um Delhi.

Bei allen unseren indischen Lieferanten wurden BSCI-Auditierungen durch unabhängige Auditoren durchgeführt. Zudem folgen wir bei unseren Werksbesuchen bestimmten Abläufen zur Verhinderung von Kinderarbeit. Wir untersuchen, wie die Werke bei der Einstellung neuer Mitarbeiter verfahren und wie sie das Alter der Arbeitssuchenden überprüfen. Zum Beispiel kontrollieren wir, ob die Ausweise aller Arbeitnehmer dokumentiert werden. Wir achten auch darauf, wie alt die Arbeitnehmer aussehen, was aber nicht ganz einfach ist, da viele jünger aussehen als sie sind.  Wir nehmen stichprobenmäßige Ausweis-Kontrollen vor. Wichtig ist auch, dass wir einen Dialog mit dem Lieferanten führen, um seine Verantwortung für die vorgeschalteten Fertigungsschritte erkennen zu können.

Stellen wir das Vorkommen von Kinderarbeit fest, haben wir genaue Richtlinien zur Vorgehensweise, da das Kind unverzüglich die Fertigung verlassen muss. Wenn ein Kind arbeitet, liegt dies in der Regel daran, dass es zum Unterhalt der Familie beitragen muss oder dass es keine Familie mehr hat. Daher muss sichergestellt werden, dass sein Lohn weitergezahlt wird, bis eine langfristige Lösung gefunden ist. Beim Finden einer zufriedenstellenden langfristigen Lösung ist auf das Alter des Kindes, die soziale Situation, seine Schulbildung etc. Rücksicht zu nehmen. Das Wichtigste ist, dass unsere Maßnahmen die Lebenssituation des Kindes verbessern und nicht noch verschlechtern. Ist das Kind im Schulalter, ist unser Ziel eine baldmögliche Wiedereingliederung in das Schulsystem. BSCI hat ein Netzwerk von Organisationen, die vor Ort unterstützende Hilfe leisten können, was sehr wichtig ist.