Nachhaltige Materialien

Wir bezeichnen ein Produkt als „nachhaltiger“, wenn es zu mindestens 50% aus nachhaltigeren Fasern gefertigt ist. Für Qualitäten mit geringerer Umweltbelastung haben wir deutliche Auflagen definiert. Es ist unsere Motivation, weitere solche Materialien zu finden und bessere, noch umweltfreundlichere Materialien zu verwenden.

Zu Beginn des Jahres 2020 erreichten wir den bisherigen Rekord: 57% unserer Kleidungsstücke bestehen aus nachhaltigeren Materialien. Wir sind kontinuierlich auf der Suche nach neuen innovativen Fasern mit geringeren Umweltauswirkungen. Einer unserer Neuzugänge ist hier Polylana, ein innovatives Gemisch aus neuen und recycelten Fasern, das durch ähnliche Eigenschaften wie Acryl oder Wolle überzeugt. Ausführlichere Informationen bietet der Materialguide.

Im Jahr 2028 möchten wir ausschließlich Produkte aus 100% nachhaltigeren Materialien anbieten.

Tierschutzrichtlinien von Gina Tricot

Gina Tricot schreibt vor, dass sämtliche Kooperationspartner, bei denen Menschen mit Tieren und Tierfasern umgehen, die nachstehend beschriebenen Tierschutzrichtlinien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) einhalten und sich entsprechend kontrollieren lassen.Five Freedoms:

– Kein Hunger, keine Unterernährung, kein Durst
– Keine Angst und kein Notleiden
– Kein physisches oder thermisches Unbehagen
– Keine Schmerzen, Verletzungen oder Krankheiten
– Die Möglichkeit, natürliche Verhaltensmuster auszudrücken

Hinsichtlich des Materials hat Gina Tricot beschlossen:

1. Wir verkaufen keine Produkte aus Leder, Daunen oder Federn. Eine Ausnahme machen wir nur, wenn die Materialien von Tieren stammen, die für die Fleischproduktion gezüchtet wurden.
2. Wir verkaufen keine Produkte mit Fell, Kaschmir, Mohair oder Angora
3. Wir lehnen das Mulesing bei Merinoschafen ab
4. Wir verzichten auf das Sandstrahlverfahren bei Jeans
5. Horn und Knochen dürfen in unseren Produkten nicht vorkommen.

Inhaltsstoffe und Qualität

Da unsere Produkte keine schädlichen Chemikalien enthalten dürfen, arbeiten wir ausschließlich mit Lieferanten zusammen, die unserer Chemikalienliste auf Basis der entsprechenden EU-Verordnung (REACH) zugestimmt haben. Um sicherzustellen, dass unsere Vorgaben eingehalten werden, führen wir kontinuierliche Tests durch, sowohl bei den Lieferanten und als auch an den fertigen Produkten.

Die Produktionsstätte in Bangladesch wird durch unser eigenes Personal vor Ort auf Qualität geprüft, und in anderen Produktionsländern führen wir auf der Grundlage unserer eigenen Risikobeurteilung regelmäßige Qualitätskontrollen durch. Darüber hinaus haben wir in China und der Türkei eigene Prüfer vor Ort, um Nachhaltigkeit und Qualität zu gewährleisten. Durch diese regelmäßigen und stichprobenartigen Kontrollen sichern wir ein höchstmögliches Qualitätsniveau. 2019 führten wir über 1000 Qualitätskontrollen an unseren Produkten in der Fertigung durch. Bei unserer Kinderbekleidung legen wir noch schärfere Maßstäbe an und unterziehen 100% der Produkte Qualitätstests.

2019 nahmen wir eine weitere Hürde und lancerierten Mode für Kinder. Kinderkleidung zu verkaufen, ist mit großer Verantwortung verbunden. Hier denken wir in erster Linie an die allgemeine Produktsicherheit - deshalb kontrollieren wir diese Artikel insbesondere im Hinblick auf gefährliche Chemikalien mit besonderer Strenge. Kinder müssen frei spielen und klettern können und dürfen keinesfalls Gefahren ausgesetzt werden, wenn sie unsere Kleidung tragen. Gina Tricot nimmt diese Verantwortung überaus ernst und strebt fortlaufend nach Verbesserungen aller Parameter. Für den gesamten Fertigungsprozess haben wir interne Routinen und Richtlinien für unsere Lieferanten festgeschrieben, um eine sichere Fertigung und sichere Produkte zu gewährleisten. Darüber hinaus führen wir für unsere Kollegen von der Produktentwicklung interne Schulungen zum Thema Kindersicherheit durch.


Kundenpflege und Verantwortung: Wear, Care, Share

Mit unseren Kundinnen tragen wir die gemeinsame Verantwortung für die Reduzierung von Umweltauswirkungen. Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Kundinnen darüber zu informieren und ihnen Tipps in Sachen Langlebigkeit zu geben.

Wir empfehlen, bewusst nur Kleidungsstücke zu kaufen, die mehrere Saisons überdauern und sich leicht mit vorhandener Kleidung stylen und kombinieren lassen. Kleidungsstücke, die mit Bedacht ausgewählt und mit Sorgfalt behandelt werden, haben einen längeren Lebenszyklus.

Durch Reparieren oder Umarbeiten von Kleidungsstücken entsteht nicht nur ein neuer Look, sondern verlängert sich auch die Lebensdauer. Selbstverständlich nehmen die Gina Tricot Shops ausgediente Kleidung entgegen, um sie dem Recycling zuzuführen. Sowohl alle abgegebenen als auch die reklamierten Kleidungsstücke spenden wir an unsere langjährigen Kooperationspartner Human Bridge und Fretex.

In unseren Pflegehinweisen empfehlen wir deshalb, Kleidung seltener und bei niedrigeren Temperaturen zu waschen. Flecken entfernt man möglichst gezielt und direkt nach der Entstehung. So lässt sich meistens vermeiden, dass das ganze Kleidungsstück gewaschen werden muss. Zum schnellen Auffrischen kann man Kleidung auch ins Freie hängen oder mit Waschspray behandeln. 

Kreislauf-Mode

Im nachhaltigen und regenerativen Handeln liegt eine der aktuell größten Aufgaben der Modeindustrie. Hierfür ist es wichtig, abgetragene sowie nicht mehr gebrauchte Kleidungsstücke zu sammeln. In erster Linie sollte das ganze Kleidungsstück einen neuen Anwender finden! Ausgediente Kleidung soll dem Recycling zugeführt und zu neuem Rohstoff werden. Mehr Kleidungsstücke als bisher einzusammeln und dem Recycling zuzuführen, ist ein entscheidender erster Schritt, um die Lebensdauer unserer Produkte zu verlängern und im Sinne eines unendlichen Kreislaufzyklus neue Rohstoffe zu gewinnen. Im Jahr 2019 nahmen wir 50 Tonnen Kleidung entgegen.

Alte und abgetragene Kleidung wird häufig vererbt oder als Secondhand-Mode verkauft, doch die meisten Kleidungsstücke landen im Abfall oder werden verbrannt, und das Gleiche gilt für einen großen Anteil der Produktionsabfälle. Recycelt wird nur sehr wenig, da die Qualität der gewonnenen Textilien zu wünschen übrig lässt. Das ändert sich jetzt!

Im Jahr 2018 leitete Gina Tricot eine Zusammenarbeit mit Re:newcell ein. Re:newcell nutzt Baumwollabfälle, um saubere, natürliche und biologisch abbaubare Rohmaterialien zu produzieren, aus denen neue, hochwertige Kleidung gefertigt werden kann – die sich dann immer wieder aufs Neue recyceln lässt.

2019 spendeten wir von Gina Tricot mit Hilfe unserer Denimlieferanten 36 066,5 kg (6849 kg) Kleidung an Renewcells Fabriken, wo neue Textilfasern daraus gewonnen werden, die immer wieder aufs Neue verwendet werden können. Wir wollen immer mehr unserer Zulieferer für die Initiative gewinnen und einen steigenden Anteil an textilen Abfällen an Re:newcell spenden.


Nachhaltigere Fasern

Die folgenden von Gina Tricot verwendeten Fasern sind als nachhaltiger eingestuft: Better Cotton (BCI), EcoVero®, Organic Cotton, Polylana®, TENCEL®, Recyclingmaterialien und Fasern auf Holzbasis (Viscose, Lyocell und Cupro). Die Fasern auf Holzbasis, die bei Gina Tricot zum Einsatz kommen, haben im CanopyStyle Hot button-Bericht die höchste Einstufung. CanopyStyle ist eine Initiative, die sich dem weltweiten Schutz der Wälder verschrieben hat. Wir gehören zu den Textilunternehmen, die diese Initiative unterstützen - u.a. um Druck auf die Viskoselieferanten auszuüben, auf Holz aus alten, bedrohten Waldbeständen zu verzichten und damit die biologische Artenvielfalt zu gefährden.

Baumwolle ist eines unserer wichtigsten Materialien. Der Anbau von Baumwolle ist jedoch mit hohem Wasserverbrauch verbunden und der Einsatz von Pestiziden äußerst problematisch. Deshalb sind wir stolzes Mitglied der Better Cotton Initiative (BCI). Ein Ausbildungsprogramm, das Baumwollanbauer bei der Umstellung auf eine nachhaltigere Baumwollproduktion mit deutlich geringerem Wasserverbrauch, weniger Chemikalien und Pestiziden unterstützt. Darüber hinaus setzt sich BCI für bessere Arbeitsbedingungen für die Baumwollanbauer ein. Dies ist jedoch nicht gleichbedeutend mit ökologischer Baumwolle. Deshalb besteht unser Ziel in den kommenden Jahren darin, große Teile der Herstellung von BCI auf Bio-Baumwolle umzustellen. Beim Anbau von Bio-Baumwolle ist der Einsatz von Chemikalien untersagt und die Produktionskette ist zu 100% transparent.